Operation Desert Storm - Der Golfkrieg II - Wüstensturm und die Folgen

Saddam Hussein wollte den freien Zugang zum Persischen Golf. Unter dem Vorwand, Kuwait würde illegal Ölquellen anzapfen, marschierten am 2. August 1990 irakische Truppen in das kleine Scheichtum ein.

Der irakische Diktator war überzeugt, die Welt würde wegen Kuwait keinen Krieg riskieren. Noch nachdem die UN den Irak einmütig als Aggressor verurteilt hatten und den Abzug der irakischen Armee aus Kuwait forderten, erklärte Hussein die Annexion des reichen Emirats.

Am 29. November 1990 beschloss der UN-Sicherheitsrat ein Ultimatum. Bis zum 15. Januar 1991 müsse der Irak Kuwait verlassen.

Der US-Kongress erhob gegen die Kriegsvorbereitungen zunächst Einwände. Doch Präsident George Bush setzte die Operation "Wüstenschild", die Stationierung von zunächst 400.000 amerikanischen Soldaten in Saudi Arabien, durch. Saudi Arabien, Großbritannien, Frankreich, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, Oman, Syrien und Ägypten füllten das Truppen-Kontingent auf eine halbe Million Soldaten auf. Auf dem Höhepunkt der Kampfhandlungen sollen sich 725.000 Alliierte und 545.000 Iraker gegenübergestanden haben.

Nach Ablauf des Ultimatums gewährte Bush Hussein 24 Stunden Aufschub. Der kündigte die "Mutter aller Kriege " an. Bush unterzeichnete den Kriegsbefehl. Am 17. Januar läuft die Operation "Wüstensturm" an.

Auf die massiven Raketen- und Bombenangriffe reagierte der Irak mit Gegenschlägen. Doch die auf Israel und Saudi Arabien abgefeuerten Scud-Raketen richteten nur geringe Schäden an. Die meisten Scuds wurden von Patriot-Raketen schon in der Luft abgefangen und zerstört. Um die Allianz des Westens mit den arabischen Staaten nicht zu gefährden, verzichtete Israel auf Selbstverteidigung.

Nach fünf Wochen, am 24. Februar begann eine großangelegte Bodenoffensive der Alliierten. Nur einen Tag später befahl Hussein den Rückzug aus Kuwait. Im Süden des Irak endete die größte Panzerschlacht seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit einer vernichtenden Niederlage für die irakischen Armee.

Hundert Stunden nach Beginn der Bodenoffensive und sechs Wochen nach Kriegsbeginn stellten die alliierten Streitkräfte ihre Kampfhandlungen ein. Der Marsch auf Bagdad, heißt es später, sei nie ein Kriegsziel gewesen.

Am 27. Februar erkannte Bagdad alle UN-Resolutionen an. Nur unter Protest akzeptierte der Irak am 4. April die Waffenstillstandsbedingungen. Darin forderten die Vereinten Nationen vom Irak Kriegsentschädigungen und die Vernichtung großer Teile des Waffenarsenals.
Dank der frühen Einstellung der Kämpfe bewahrte Hussein seinen Machtapparat und überlebte auch die folgenden Aufstandsbewegungen der Schiiten im Südirak. Im März proklamierte US-Präsident Bush eine Flugverbotszone südlich des 32. Breitengrads. Zum Schutz der Kurden im Norden wird auch dort später eine Flugverbotszone eingerichtet.

Nach sechs Wochen Krieg beklagten die alliierten Streitkräfte 244 Gefallene. Die Opferzahl auf der irakischen Seite ist umstritten. Bagdad gibt die Verluste mit ungefähr 100.000 Soldaten an. 45.000 Zivilisten seien getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium schätzt die Verluste unter der Zivilbevölkerung auf 2.500. Rund 300.000 irakische Soldaten seien verwundet worden. Viele in den Irak verschleppte Kuwaitis blieben verschollen.